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Viridasius spec. Madagaskar

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Monday, January 3rd 2011, 5:12pm

Viridasius spec. Madagaskar

Wissenschaftlicher Name: Viridasius spec. Madagaskar
(früher Phoneutria fasciatus)

Familie: Ctenidae (Jagdspinnen)

Erstbeschreiber: ???

Grösse: KL ca. 25mm, Beinspannweite: ca. 8cm

Herkunft: Madagaskar

Lebensraum: Baumbewohner

Temperatur Tag: ca. 25°C

Temperatur Nacht: ca. 20-22°C

Luftfeuchtigkeit: 50 - 70%

Größe des Terrariums: min. 20x20x30cm

Bodengrund: halbfeuchte Erde

Pflanzen: feuchtigkeitsliebende Pflanzen (Pflanzenteil)

Bemerkungen: Bei dieser Art handelt es sich um Viridasius spec. Madagaskar (Waldform = Silvestrisform). Des Weiteren ist auch eine Höhlenform im Hobby erhältlich. Optisch unterscheiden sie sich kaum, außer dass die Höhlenform etwas größer ist und im Gegensatz zur oft angebotenen Waldform sehr selten ist.

In der Natur verstecken sich Viridasius spp. unter Tags meistens in ihrem selbst gesponnen Wohngespinst, welches einem Sack ähnelt. Daher der deutsche Trivialname „Sackspinne“. Dieser ist eigentlich falsch, da die Sackspinnen eine eigene Familie bilden (Clubionidae). Erst nachts verlassen sie diesen, um auf Beutefang zu gehen. Auf Grund der Haltungsbedingungen im Terrarium bewohnt diese Art wahrscheinlich die halbfeuchten Waldgebiete in Madagaskar. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Art bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit keinen Kokon baut! 1x die Woche sprühen oder eventuell vorhandene Pflanzen im Terrarium zu gießen reicht vollkommen aus.

Die Haltung dieser Art im Terrarium gestaltet sich als recht einfach. In Becken mit einer Größe von mindestens 20x20x30cm klappt die Haltung und die Zucht bestens. Als Bodengrund verwende ich halbfeuchte Blumenerde und Korkstücke, welche hochkant aufgestellt werden und so als Versteck dienen. Unter diesen Korkstücken wird ein Sackgespinst gebaut, welches sehr stark erweitert wird, wenn das Weibchen einen Kokon produziert. Mein Weibchen hat dies schon 2 Wochen nach der Verpaarung getan und bewohnt seit dem einen riesigen Wohnsack mit einem Radius von ca. 10-15cm.

Die Aufzucht juveniler Tiere und die Haltung adulter Tiere gestaltet sich recht einfach, da diese Tiere sehr trockenheitsresistent sind. Sie verzeihen daher auch den einen oder anderen Haltungsfehler. Ausfälle kommen vor, sind aber eher selten.

Unter Tags sitzen diese Spinnen in ihrem „Wohnsack“ und kommen meist nur nachts hervor, um auf Beutefang zu gehen. Als Futter biete ich Insekten aller Art an, z.B. Heimchen oder Schokoschaben.

Der Vorteil bei Spiderlingen ist, dass sie schon in der 1. FH ohne Probleme kleine Heimchen fressen. Man erspart sich also das Füttern mit Drosophila oder Springschwänzen, was für manche sicher eine Erleichterung sein wird. Im Gegensatz zu anderen Spiderlingen der Gattung Ctenidae, weisen Viridasius spec. Madagaskar bereits in der 1. FH eine Beinspannweite von bis zu 1cm auf. Meine Kleinen in der 3.-4. FH haben schon eine Beinspannweite von über 2cm. Phoneutria, Ancylometes und Cupiennius besitzen in diesem Stadium nur einen Bruchteil dieser Größe. Viridasius sp. Madagaskar gehört sicher zu den Schnellsten überhaupt unter den Arachniden.

Vom Temperament her sind sie sehr scheu und rennen bei Erschütterungen oder einem Windstoß sofort los. Gedroht haben diese Tiere allerdings noch nie. Sie verlassen sich anscheinend eher auf ihre Geschwindigkeit, als auf ihr Gift. Sowie mit jeder Spinne, sollte man aber trotzdem mit dieser Art vorsichtig umgehen. Viridasius spec. Madagaskar war nämlich ursprünglich als Phoneutria fasciatus beschrieben…

Möchte man diese Art verpaaren, kann man das Männchen vorsichtig zum Weibchen ins Terrarium lassen. Am besten man lässt diesen so lange darin, bis er gefressen wird. Die Gefahr einer Flucht des Männchen hinter ein Regal, wäre beim herausfangen nämlich auch gegeben. Das Weibchen baut, sofern alles gut läuft, nach ein paar Wochen einen großen Kokon aus dem später viele Jungspinnen schlüpfen werden. Man sollte die Tiere bis zum Kokonbau nicht zu feucht halten. Ein Mal pro Woche sprühen reicht aus, um die richtige Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.

Hier mein detaillierter Bericht zur Zucht:
Viridasius spec. Madagaskar Zucht

Bilder:





PS: Alle Infos stammen aus eigener Erfahrung. Nichts was oben steht, habe ich nicht schon einmal selbst beobachten können. Außer natürlich die Habitatbeschreibung.
www.ld50.plusboard.de